Projektziele müssen über die IT-Architektur entscheiden

am 26. Januar 2018
Beim Aufsetzen eines neuen IT-Projekts sehen sich Anwender heute einem großen Angebot an IT-Architekturen gegenüber. Die Auswahl reicht von klassischen IT-Infrastrukturen bis hin zu integrierten hyperkonvergenten und Software-definierten Systemen. Dabei zeigt sich aber, dass die modernste Architektur nicht in jedem Fall die beste Lösung ist.

Der IT-Theorie zu Folge markiert das Software-definierte Rechenzentrum (Software Defined Data Center - SDDC) das Traumziel aller RZ-Planer: Alle Ressourcen - Rechenleistung, Speicher und Netzwerk-Komponenten - sind bei diesen Architekturen virtualisiert und per Software gesteuert, die Auslastung der Rechen- und Speicher- und Netzwerk-Kapazitäten erfolgt automatisiert und Workloads können beliebig zwischen Servern verschoben werden. Die Aufrüstung von Hardware ist ein Kinderspiel, neue Compute- und Storage-Ressourcen werden lediglich eingesteckt und konfigurieren sich selbst.

Soweit die Theorie - die Praxis sieht fast überall anders aus. Unternehmen planen nicht auf der grünen Wiese, sondern schaffen neue Hardware nach Abschreibungszyklen oder, häufiger noch, im Zuge von Projekten an. Überall gibt es gewachsene IT-Landschaften, und die Frage, wie sich vorhandene Systeme aufrüsten oder neue in die bestehende IT-Infrastruktur integrieren lassen spielt in diesen Umgebungen eine bedeutendere Rolle als die theoretische Überlegenheit Software-definierter Architekturen.

Architekturen von integriert bis hyperkonvergent

Die Auswahl an Hardware-Architekturen, die Anwendern für neue Projekte zur Verfügung steht, hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Neben klassischen IT-Systemen steht heute eine Vielzahl an modernen Architekturen und Delivery-Modellen zur Verfügung, die von integrierten Systemen, über konvergierte bis hin zu so genannten hyperkonvergenten Systemen für spezielle Szenarien reichen. Dabei fällt es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten, denn die Bezeichnungen der verschiedenen Hardware-Anbieter sind nicht immer einheitlich.

"Grundsätzlich zeichnen sich integrierte Systeme dadurch aus, dass alle Komponenten - Rechen-, Speicher- und Netzwerk-Ressourcen -die in klassischen IT-Architekturen separat gemanagt werden, in hochintegrierten Systemen vorinstalliert, konfiguriert und getestet, gleichsam schlüsselfertig ausgeliefert werden", sagt Gernot Fels, Head of Integrated Systems International Product Marketing bei Fujitsu. Darüber hinaus werde bei hyperkonvergenten Systemen ein externer Speicher und somit ein externes Speichernetzwerk überflüssig. Daraus ergäben sich eine ganze Reihe handfester Vorteile: Die integrierte Architektur brauche weniger Komponenten, weniger Platz im Rechenzentrum und weniger Energie für Kühlung und Betrieb und erfordere einen geringeren Wartungsaufwand.

Es gibt gute Gründe gewachsene IT-Landschaften weiter zu betreiben

Vor allem aber seien solche Systeme problemlos aufrüstbar und enthielten integrierte Automatisierungsmechanismen für Business-Continuity. Überdies seien sie sehr viel einfacher in Betrieb zu nehmen und erlaubten eine schnellere Reaktion auf sich ändernde Geschäftsanforderungen. "Insgesamt machen solche Systeme die Enterprise-IT sehr viel agiler und flexibler als klassische IT-Architekturen, bei deutlich geringeren Betriebs- und Wartungskosten", erklärt der Fujitsu-Manager.

Dennoch seien diese hochmodernen Architekturen nicht in allen Fällen die beste Lösung. "Bei IT-Projekten ist es entscheidend, dass die Architektur der Infrastruktur exakt auf die Projektziele zugeschnitten ist", sagt Experte Fels, "und in den Unternehmen finden wir heute meist zwei IT-Welten vor - die klassische und neue, agile Architekturen." Denn trotz aller Überlegenheit der neuen hyperkonvergenten Architekturen gäbe es für die Unternehmen eine Reihe guter Gründe, die historisch gewachsenen IT-Landschaften weiter zu betreiben und auch neue Infrastrukturen auf Basis klassischer Architekturen aufzubauen.

"Fujitsu bietet deshalb mit PRIMEFLEX ein Portfolio von integrierten Systemen an, das sowohl klassisch konvergente wie auch hyperkonvergente Systeme enthält. Beide IT-Architekturen können den Aufbau neuer, Software-definierter Architekturen ermöglichen, erläutert der Fujitsu-Experte. Dabei eigneten sich die hyperkonvergenten Systeme vor allem für neue, digitale Anwendungen und Geschäftsmodelle, bei denen absehbar künftig die Aufrüstung mit Compute- und Storage-Ressourcen im Gleichklang erfolgen werde, wie es etwa bei VDI-Anwendungen (Virtual Desktop Infrastructure) der Fall sei.

Besonders wenn es um die Ausstattung von Filialen oder Niederlassungen geht, die remote an die Firmenzentrale angeschlossen sind - auch als ROBO (Remote Office/Branch Office) bezeichnet - werden vermehrt hyperkonvergente Systeme eingesetzt. "Man kann schon beobachten, dass der ROBO-Bereich immer mehr zum Liebling der IT für hyperkonvergente Systeme wird", sagt Experte Fels. Dabei lobten die IT-Verantwortlichen vor allem die erheblichen Einsparungen bei Installation, Wartung, Betrieb und Management. Das führe auch dazu, dass sich Reisezeiten und Reisekosten dramatisch reduzierten: "Unsere Kunden berichten hier von Einsparungen bis zu 99 Prozent im Vergleich zu den vorherigen Aufwendungen für Reisen", sagt der Fujitsu-Manager.

Modernisierung gewachsener Infrastrukturen erfordert individuelle Strategie

Sind also hyperkonvergente Systeme der Königsweg zu agileren, Software-definierten IT-Infrastrukturen? - "Sie sind heute sicher der erfolgversprechendste, wenn auch nicht der einzige Weg, um die IT-Landschaften flexibler und leistungsfähiger zu machen", urteilt der Infrastruktur-Experte Fels. Denn letztlich müssten Unternehmen ihren jeweils eigenen Weg finden, wie sie ihre gewachsenen Infrastrukturen modernisieren und für die Anforderungen der Digitalisierung aufrüsten können.

"Es geht doch immer darum, die Enterprise-IT im Hinblick auf die digitale Transformation agiler und effizienter zu machen", sagt Fels, "unser Anspruch bei Fujitsu ist es, für alle Anforderungen und speziellen Bedingungen die jeweils optimale Infrastruktur bereitzustellen und die Unternehmen von der Planung und Implementation bis zum laufenden Betrieb zu beraten und zu unterstützen."