Neue Storage-Lösung von Fujitsu beschleunigt Applikationen

am 18. Juli 2018
Die Popken Fashion Group stellt ihre gesamte IT-Landschaft neu auf. Zwar sollen auch Kernanwendungen in die Cloud verlagert werden, das eigene Rechenzentrum bleibt aber Dreh- und Angelpunkt der geplanten hybriden IT-Infrastruktur. In deren Mittelpunkt stehen jetzt neue Server und eine superschnelle Storage-Lösung von Fujitsu.

Nach einer gründlichen Analyse der bestehenden IT-Infrastruktur hat sich die Popken Fashion Group dafür entschieden, einen Großteil der vorhandenen IT-Systeme auszutauschen und durch neue Hardware zu ersetzen. Aber der Lösungsansatz geht weit über eine Revision der Hardware-Landschaft hinaus: "Wir haben eine umfassende IT-Strategie entwickelt, die mit einem hybriden Ansatz aus lokaler Infrastruktur und der zukünftigen Nutzung von Cloud-Ressourcen unsere gesamte IT-Landschaft ins Auge fasst", sagt Egbert Renken, Leiter IT-Operations bei der Popken Fashion Group.

Egbert Renken, Leiter IT-Operations bei der Popken Fashion Group
Egbert Renken, Leiter IT-Operations bei der Popken Fashion Group

Ein Leitgedanke war dabei die Konsolidierung - sowohl der Hardware, als auch der Anwendungslandschaft. Konkreter Anlass waren die immer schlechteren Antwortzeiten der Backend-Systeme: Mehr als 3.700 Mitarbeiter in acht europäischen Ländern mit rund 600 eigenen Filialen greifen auf die Anwendungen in den zwei unternehmenseigenen Rechenzentren zu. Dabei erwiesen sich vor allem die Storage-Systeme als Flaschenhals, aber auch die historisch gewachsene heterogene Anwendungslandschaft trug ihren Teil dazu bei. "Wir betreiben mehr als 20 Kernanwendungen, dabei sind unter anderem drei unterschiedliche ERP-Systeme", sagt Michael Luttmer, Leiter des Application Management.

Lokale IT spielt auch künftig eine zentrale Rolle

Für die wenig kohärente Applikationslandschaft gäbe es aber gute und nachvollziehbare Gründe, sagt Luttmer: "Wir haben in der Vergangenheit in einem Best-of-Breed-Ansatz immer die jeweils am besten geeigneten Systeme angeschafft - seinerzeit gab es ja weder Angebote aus der Cloud noch Standard-Applikationen, die die oft sehr speziellen Anforderungen der einzelnen Fachbereiche erfüllt hätten". Zudem seien durch Zukäufe der Unternehmensgruppe weitere Anwendungen hinzugekommen, so dass insgesamt eine zerklüftete IT-Infrastruktur mit schwer wartbaren Legacy-Anwendungen entstanden sei, die den Anforderungen eines modernen, digitalisierten Unternehmens nicht mehr gerecht geworden sei.

Michael Luttmer, Leiter Application Management bei Popken Fashion Group
Michael Luttmer, Leiter Application Management bei Popken Fashion Group

Der Schlüssel für die Konsolidierung der Anwendungslandschaft wird zukünftig in der Auslagerung wichtiger Teile in die Cloud liegen. Als einheitliches ERP-System soll die SaaS-Lösung Microsoft Dynamics aus der Cloud die unterschiedlichen Systeme ersetzen. Ebenso soll Office 365 - gleichfalls als SaaS-Lösung - als Office-Software unternehmensweit zum Einsatz kommen. Die Umstellung der einzelnen Unternehmensteile wird sukzessive erfolgen und bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein. Auch neue Cloud-Lösungen für Testsysteme, Business-Continuity und Desaster-Recovery im IaaS-Modell stehen auf der Agenda.

Trotz der verstärkten Nutzung von unterschiedlichen Services aus der Cloud stand der Verzicht auf eigene Rechenzentren nie zur Debatte: "Wir verfolgen eine hybride Strategie, in der auch zukünftig die lokale IT eine zentrale Rolle spielen wird", sagt Operations-Leiter Renken. Zurzeit betreibt das Unternehmen ein VMware Enterprise Plus Cluster mit 440 virtuellen Servern in zwei Rechenzentren mit 24/7 Verfügbarkeit.

Hohe Kapazitätsanforderungen für Bild- und Videoverarbeitung

Auch hier steht Konsolidierung an: Die bisherige, ebenfalls historisch gewachsene heterogene Hardware-Landschaft, soll schrittweise auf einheitliche Systeme von Fujitsu umgestellt werden. Den Anfang hat Popken mit Servern und Speichersystemen des Herstellers gemacht. Die Modernisierung der Speicherlandschaft war dabei das erste zentrale Anliegen: "Wir haben sehr sorgfältig evaluiert, wie wir unsere Storage-Infrastruktur effizient, zukunftsfähig und möglichst kostengünstig neu aufstellen können", blickt Renken zurück. Dabei ging es sowohl um Performance, aber auch um Kapazität: Als Mode-Label mit zurzeit elf Online-Shops - Tendenz steigend - verarbeitet Popken Bild- und Videodaten im zwei- bis dreistelligen Terabyte-Bereich, bei ebenfalls ständigem Datenwachstum.

AUF EINEN BLICK

Unternehmen: Popken Fashion Group

Zur Popken Group mit Hauptsitz in Rastede gehören die vier Trendlabels Ulla Popken, Gina Laura, JP Menswear und Studio Untold. Die Firma verfügt verfügt über mehr als 600 eigene Filialen in acht europäischen Ländern und beschäftigt mehr als 3.700 Mitarbeiter. Hinzu kommen 85 Franchise-Filialen in über 20 Ländern weltweit und 90 Shop-in-Shop-Flächen. Die Popken Fashion Group betreibt eigene Online-Shops in elf Ländern sowie weitere Online-Shops der Franchise-Partner.

Branche: Handel

Ziel/ Art des Projekts: Konsolidierung der Hardware- und Anwendungslandschaft, Umsetzung einer hybriden IT-Strategie

Lösung: Aufbau einer hybriden IT-Infrastruktur mit dem Betrieb eigener Rechenzentren (auf der Hardware-Basis von Fujitsu-Storage- und Serversystemen) und Auslagerung einzelner Kernanwendungen (ERP, Office-Software) im SaaS-Modell sowie IaaS-Services für Testsysteme und Desaster-Recovery/Business Continuity-Lösungen.

Implementierungspartner:
Hardware: Fujitsu Storage- und Serversysteme
Applikationen/Cloud: Microsoft Dynamics/Office 365, Microsoft Azure

Bisherige Systemumgebung: Unterschiedliche, lokal betriebene Legacy-Applikationen, Hardware verschiedener Hersteller, Storage-Lösung IBM 3700

Neue Systemumgebung: Konsolidierte Hardware-Umgebung auf Basis von Fujitsu Storage- und Serversystemen; Microsoft Dynamics und Office 365 im SaaS-Modell, Testsysteme/Desaster-Recovery im IaaS-Modell aus der Microsoft-Cloud auf Basis von Azure.

Die Wahl fiel auf ein Storage Cluster ETERNUS AF250 (All-Flash) von Fujitsu mit 110 Terabyte Speicherkapazität, das zwei IBM 3700 Speichersysteme ersetzt hat. Ein Aufrüsten der vorhandenen Lösung, vor allem aber die hohen Lizenzkosten hätten sich, verglichen mit der Neuanschaffung, nicht gerechnet. Das neue, superschnelle All-Flash-Speichersystem von Fujitsu bringt jetzt vor allem die vielfältigen Legacy-Applikationen auf ein deutlich höheres Leistungsniveau. "Das ist als Übergangslösung konzipiert und erfüllt seinen Zweck, die Altanwendungen zu beschleunigen, weit besser, als wir erwartet hatten", sagt Renken, "zukünftig werden wir einen großen Teil der Applikationen erneuern oder in die Cloud auslagern."

Mehr als 3.700 Mitarbeiter der Popken Fashion Group greifen auf die Anwendungen in den zwei unternehmenseigenen Rechenzentren zu.
Mehr als 3.700 Mitarbeiter der Popken Fashion Group greifen auf die Anwendungen in den zwei unternehmenseigenen Rechenzentren zu.
Foto: Popken Fashion Group

Ergänzt wird die Storage-Landschaft von einer ETERNUS DX200 mit 200 Terabyte für Testsysteme und Bilddaten sowie einer ETERNUS CS800 S6 mit 50 Terabyte für Archivdaten. Für die Langzeitarchivierung sorgt eine ETERNUS LT40 S2 Tape-Library. Gleichzeitig wurden sechs Fujitsu PRIMERGY-Server mit 16 Cores und 1 TB RAM angeschafft. "Wir haben natürlich noch Systeme anderer Hersteller im Einsatz, aber nach den Abschreibungsfristen werden wir vollständig auf Fujitsu-Hardware wechseln", sagt der Operations-Leiter. Er verspricht sich von der homogenen Hardware-Infrastruktur einen geringeren Implementations- und Wartungsaufwand, verbesserte Kompatibilität und einen einheitlichen, effizienteren Support.

Fazit: Höhere Innovationsfähigkeit bei sinkenden Kosten

Für die ersten, bereits vollzogenen Schritte in die neue IT-Landschaft zieht IT-Operations-Leiter Renken eine positive Bilanz: Er verzeichnet schnellere Batchläufe, eine merkliche Beschleunigung der Antwortzeiten, höhere Stabilität und wesentlich weniger Ausfälle sowie eine gestiegene Zufriedenheit der Anwender. Und auch mit der Entwicklung der Kosten ist er zufrieden; schon jetzt verzeichnet er nennenswerte Einsparungen, vor allem durch sinkende Betriebs- und Lizenzkosten. Dieser Trend werde sich im Zuge der Konsolidierung der gesamten Hardware- und Anwendungslandschaft, noch deutlich verstärken, ist sich Renken sicher. Und nicht nur das: "Mit der neuen hybriden IT-Infrastruktur, die wir jetzt aufbauen, erreichen wir nicht nur erhebliche Kosteneinsparungen, sondern erhöhen auch die Flexibilität der IT und die Innovationsfähigkeit des ganzen Unternehmens. Für die Herausforderungen der Digitalisierung sind wir damit bestens gerüstet."