Mit Single-Sourcing raus aus der Komplexität

am 04. Februar 2019
Eine Multi-Cloud-Umgebung macht die Unternehmens-IT zwar leistungsfähiger, erhöht allerdings auch deren Komplexität. Fujitsu bündelt die Cloud-Angebote der wichtigsten Provider in einer Single-Source - und nimmt dem Anwender das aufwändige Multi-Cloud-Management ab.

Multi Clouds sind der jüngste Evolutionsschritt im Kanon der Cloud-Deployment-Modelle. Eine Multi-Cloud-Umgebung verwendet die Dienste mehrerer Public-Cloud-Anbieter wie AWS, Microsoft oder Google parallel. Damit soll das Dilemma gelöst werden, dass es keinen für alle Einsatzszenarien optimal geeigneten singulären Cloud-Dienst gibt. Ein Cloud-Provider, der die Anforderungen für eine bestimmte Anwendung perfekt erfüllt, kann für andere Services völlig ungeeignet sein.

"Jeder Cloud-Provider hat seine Stärken", sagt Uwe Scheuber, Director BD Cloud & Hybrid IT bei Fujitsu. "Für die Entwicklung Cloud-nativer Applikationen ist Amazon sehr stark, weil AWS hierfür viele Tools und Services bereitstellt. Setzt ein Anwender im Office-Bereich auf die Microsoft-Cloud und hat vielleicht Office 365 im Einsatz verwendet er aus Kompatibilitätsgründen oft Azure-Komponenten. „Und wer beispielsweise KI-Anwendungen entwickeln will, hat Stärken in allen Clouds und wird die Cloud wählen, die für seine spezifischen Anforderungen am besten geeignet ist.“

Mit Multi-Clouds kann sich jedes Unternehmen die Rosinen aus dem Cloud-Kuchen herauspicken. Sie können für unterschiedliche Cloud-Environments diejenigen Anbieter nutzen, die im jeweiligen Bereich die besten Funktionen bieten. Das steigert die Leistungsfähigkeit der Unternehmens-IT. Entsprechend stark im Aufwind sind Multi Clouds inzwischen: Studien kommen zum Schluss, dass immer mehr Anwender unterschiedliche Cloud-Provider in Anspruch nehmen. Laut IDC werden 2021 90 Prozent aller Unternehmen Multi-Cloud-Services und -Plattformen nutzen.

IT wird komplexer

So überzeugend und zukunftsträchtig das Konzept der Multi-Clouds ist - bei der praktischen Umsetzung macht es Probleme. Viele Anwender mussten enttäuscht feststellen, dass eine Multi-Cloud die IT nicht etwa wie erwartet einfacher, sondern im Gegenteil komplexer macht. Die Mehrheit der Unternehmen kämpft heute mit der großen Komplexität von Multi-Cloud-Umgebungen und hat Probleme mit der Datenintegration, heißt es etwa in einer PAC-Studie.

Der Grund dafür ist, dass es keine übergreifenden Standards gibt und jeder Cloud-Anbieter mehr oder weniger sein eigenes Süppchen kocht: "Weil jeder Provider unterschiedliche Funktionalitäten und Ansätze verfolgt, wird in einer Multi-Cloud im Vergleich zu einer Single Source das Deployment und Management deutlich erschwert und die Komplexität erhöht", erklärt Uwe Scheuber. Schon allein um die unterschiedlichen Environments managen zu können brauchen die Anwender viele unterschiedliche Skill Sets.

Hinzu kommen die organisatorischen Herausforderungen. Wer sich in drei, vier oder fünf verschiedenen Welten bewegt, sollte auch die Kosten und Verträge im Griff haben und überblicken. Nutzt ein Anwender parallel AWS, Google und Microsoft muss er mit jedem einzelnen der drei Provider Verträge machen und mit jedem von ihnen abrechnen.

Multi-Clouds als Single-Source

Wie lassen sich diese Herausforderungen meistern? Die Komplexität lässt sich dadurch reduzieren, dass die Dienste mehrerer Cloud-Provider in eine einzige Quelle integriert werden - Multi-Source wird so zur Single-Source. Dabei stellen Service-Anbieter einen Single Point of Contact mit einer ganzheitlichen End-to-End Betreuung bereit. Fujitsu beispielsweise hat mit allen wichtigen Cloud-Providern wie AWS, Azure, Microsoft, Oracle, Google und VMware Verträge abgeschlossen und stellt seinen Kunden deren Leistungen aus einer Hand zur Verfügung.

"Der Kunde hat in diesem Fall nur noch eine Single Source", erklärt Cloud-Experte Uwe Scheuber. "Über diese kann er seine gewünschten Multi-Cloud-Leistungen beziehen. Er muss sich keine Gedanken machen über einzelne Verträge mit AWS, Microsoft oder Google und wie das alles funktioniert." Fujitsu managt das für ihn und tritt dem Kunden gegenüber als Vertragspartner und Reseller auf. Bei Supportanfragen und Problemfällen steht ein einziger Single Point of Contact zur Verfügung.

Der Service ist eingebunden in ein Beratungskonzept. "Viele unserer Kunden möchten eine professionelle Beratung haben - und das ist ja auch die Kompetenz von Fujitsu. Sie erwarten Unterstützung bei der Auswahl des richtigen Weges: Welches Problem soll gelöst werden, welche Apps sollen in die Cloud verlagert werden, wie sehen die Governance-Modelle aus? Wir schauen uns seine Applikationen an, seine Funktionalitäten, seine Serverstruktur und geben dann eine Empfehlung", sagt Uwe Scheuber.

Managed Services

Fujitsu bietet dafür zwei Consulting-Services an. Im ersten erfolgt eine organisatorische Analyse: "Wir veranstalten mit dem Kunden einen Workshop, um seine Motivation und Ausgangslage zu analysieren. Dabei möchten wir in erster Linie feststellen, wie sein zukünftiges Cloud-Konstrukt und sein Governance-Modell aussehen soll."

Ist die Situation des Kunden abgeklärt, erfolgt im nächsten Schritt die Transformation. Die meisten Kunden setzen dabei auf Fujitsu Managed Services auf. Im Rahmen dieser Services steht als SaaS-Komponente eine Portalfunktion zur Verfügung, über die sich die Multi-Cloud Environments managen lassen. "Der Kunde kann über das Portal selbstständig unterschiedliche Cloud-Anbieter verwalten und orchestrieren. Er kann auch Workloads von Provider zu Provider verschieben und die Kosten übersichtlich einsehen."

Obwohl der Bezug mehrerer Cloud-Services über den Fujitsu-Service einfach und bequem ist, rät Uwe Scheuber davon ab, sehr viele Provider parallel zu nutzen. "Wenn es machbar ist, würde ich mich auf eine Single Source konzentrieren. Und wenn nicht, würde ich versuchen, die Anzahl der Provider zumindest zu minimieren. Bei zwei oder drei ist das Ende der Fahnenstange erreicht."