Mehrheit der Anwender setzt auf Software-Distributionen

Von Holger Eriksdotter am 25. Oktober 2017
OpenStack stellt eine auf Open-Source-Prinzipien basierende Architektur für Cloud-Infrastrukturen zur Verfügung und hat sich als Quasi-Standard für den Austausch von Daten und Workloads in Cloud-Umgebungen etabliert. Viele Unternehmen setzen beim Einstieg in OpenStack auf abgestimmte Software-Distributionen und vorgetestete Referenzarchitekturen, um die Risiken beim Aufbau einer eigenen Cloud-Umgebung zu verringern.

Um mit der digitalen Transformation Schritt zu halten und ihren IT-Landschaften zu mehr Dynamik und Agilität zu verhelfen, setzen immer mehr Unternehmen Cloud Computing ein. Laut der Studie "Cloud Monitor 2016" von Bitkom und KPMG nutzen in Deutschland bereits mehr als die Hälfte der Unternehmen Cloud Computing in den unterschiedlichen Formen. "Im Kontext der Digitalisierung wird schnell klar, dass die Cloud einen entscheidenden Schritt zur digitalen Organisation bildet und auf lange Sicht fast alle Branchen durchziehen wird", sagt Sebastian Paas, Partner bei der Unternehmensberatung KPMG und Mitautor der Studie.

Analysten und IT-Experten haben keine Zweifel, dass die traditionellen Architekturen mit ihren langwierigen Entwicklungs- und Implementierungszyklen die Anforderungen an Geschwindigkeit und Time-to-Market-Spannen moderner digitaler Applikationen und Geschäftsmodelle nicht mehr erfüllen können. Andererseits gelten in vielen Unternehmen die historisch gewachsenen Infrastrukturen, auf denen Kernapplikationen wie ERP-Systeme, Branchenanwendungen oder unternehmensspezifische Eigenentwicklungen aufsetzen, als schlechthin unverzichtbar.

Rund 1.500 Entwickler treiben OpenStack-Software voran

Deswegen entstehen vielerorts hybride Umgebungen, die On-Premise-Systeme, Private Clouds und Services aus der Public Cloud miteinander verknüpfen. Und hier kommt OpenStack ins Spiel - als Bindeglied zwischen lokaler IT und der Cloud: Die auf Open-Source-Prinzipien basierende Architektur stellt Komponenten, Module und Services zur Verfügung und hat sich als Quasi-Standard für den Austausch von Daten und Workloads in Cloud-Umgebungen etabliert. "Knapp Drei Viertel der deutschen Unternehmen, die sich mit Cloud Computing beschäftigen, planen den Einsatz von OpenStack oder setzen die Open Source Cloud-Infrastruktur-Software bereits ein", schreibt René Büst, Analyst bei Crisp Research und Autor der Studie "OpenStack als Basis für offene Cloud-Architekturen".

OpenStack ist 2010 aus einem Software-Projekt des amerikanischen Webhosters Rackspace und den Anso Labs, dem damaligen IT-Dienstleister der US-Weltraumbehörde NASA, entstanden. Die Initiative zielte darauf, eine quelloffene Architektur für Cloud Computing zur Verfügung zu stellen. Daraus ist die OpenStack Foundation hervorgegangen, die heute offiziell Organisation und Koordination der Entwicklung der Software-Plattform übernommen hat. Sie hat mehr als 500 Mitglieder, rund 160 von ihnen beteiligen sich aktiv an der Entwicklung der Software. Genaue Zahlen sind in dem dynamischen Umfeld schwer zu ermitteln, aber Kenner der IT-Szene gehen davon aus, dass weltweit etwa 1.500 Entwickler die OpenStack-Software vorantreiben. Acht "Platinum Members" stellen jeweils einen Vorstand im Leitungsgremium der OpenStack Foundation. Zur Zeit sind das AT&T, Ubuntu, Hewlett Packard Enterprise, IBM, Intel, Redhat, Suse und Gründungsmitglied Rackspace.

Einführung und Wartung erfordert spezielles Know-how

Fujitsu gehört als "Gold Member" zu den aktiven Mitgliedern der OpenStack Foundation und unterstützt die Weiterentwicklung der OpenStack-Architektur mit eigenen Entwicklungskapazitäten. "Wir verfügen in unserem Unternehmen über ein tiefgehendes Know-how von OpenStack und können deshalb Support aus einer Hand anbieten, der sowohl die Hardware als auch die Implementierung und den Betrieb von OpenStack-Infrastrukturen umfasst", sagt Walter Graf, Distinguished Engineer bei Fujitsu Deutschland.

"OpenStack ist die am stärksten verbreitete quelloffene Cloud-Management-Plattform - sie ist kostengünstig, offen, flexibel und massiv skalierbar", sagt OpenStack-Experte Graf. Allerdings gelte es auch bei komplexen Cloud-Infrastrukturprojekten mit OpenStack, verschiedene Risiken zu bedenken: "Für die Planungs-, Aufbau- und Bereitstellungsphase müssen die Mitarbeiter über entsprechendes Know-how verfügen, später müssen sie sich um die Wartung und kontinuierliche Erneuerung des kompletten Technologie-Stacks kümmern", sagt der Fujitsu-Manager.

Dabei setzen die wenigsten Unternehmen die jeweils neuesten "Commuity-Versionen" ein, die die OpenStack Foundation alle sechs Monate herausgibt. Ein solch schneller Update-Zyklus ist in den meisten Unternehmen nicht praktikabel. Stattdessen greift die Mehrheit der Anwender auf OpenStack-Plattformen von Anbietern wie Red Hat oder Suse zurück, die schon aufeinander abgestimmte Module und Funktionsbausteine enthalten. "Etwa 60 Prozent der befragten deutschen Unternehmen mit Cloud-Hintergrund beziehen OpenStack-Distributionen eines Herstellers und entscheiden sich gegen eine Individuallösung", erklärt Analyst René Büst.

Support für Hardware und OpenStack-Software aus einer Hand

Das selbe Argument, das für vorgefertigte Software-Distributionen spricht - nämlich der einfache Einsatz, ohne über tiefgehendes Spezialkenntnisse verfügen zu müssen - gilt auch für die Hardware. So bietet Fujitsu etwa mit "PRIMEFLEX for OpenStack" ein integriertes System an, das als geprüfte Referenzarchitektur den Einstieg in OpenStack-basierte Cloud-Architekturen erheblich vereinfacht. "Mit Primeflex for OpenStack liefert Fujitsu einen sehr leistungsfähigen und energieffizienten Hardware-Stack, der mit den führenden OpenStack-Plattformen von Red Hat oder SUSE vorinstalliert und getestet ist", erklärt OpenStack-Experte Graf.

Darüber hinaus liefert Fujitsu zentralen Support für die Hardware und OpenStack-Software aus einer Hand sowie ein umfassendes Service-Portfolio von der Implementierung bis zum Betrieb und der kontinuierlichen Aktualisierung des Technologie-Stacks. Damit könnten Unternehmen die Risiken beim Einstieg in OpenStack erheblich reduzieren: "Mit diesem Lösungspaket ebnen wir den Anwendern den Weg in OpenStack-basierte Private-Cloud-Landschaften, ohne dass sie dafür selbst Spezialwissen aufbauen oder auf dem engen Personalmarkt einkaufen müssen", versichert der Fujitsu-Manager.

Auch bei Services aus der Public Cloud setzt Fujitsu konsequent auf OpenStack: Die eigene Public-Cloud-Plattform "Fujitsu K5" folgt vollständig dem OpenStack-Ansatz: "Fujitsu K5 ist die einzige Cloud-Plattform, die über OpenStack die Möglichkeit bietet, die digitale Transformation bei allen Cloud-Modellen zu realisieren", erläutert Mark Phillips, Head of Hybrid IT bei Fujitsu EMEIA (Europe, Middle East, India, Africa). K5 garantiere eine sichere Infrastruktur, weitreichende Applikations-Kompatibilität und Native-Cloud-App-Entwicklungen sowie API Management Tools. Dank OpenStack sei das nahtlose Zusammenspiel mit vorhandenen IT-Infrastrukturen eines der Schlüsselmerkmale des Fujitsu K5 Cloud Service. "Kunden können so problemlos hybride IT- und Cloud-Umgebungen einrichten, die Cloud Services und unternehmenseigene Rechenzentren umfassen und sich für eine große Zahl von Applikationen eignen", resümiert Fujitsu-Manager Phillips.