IT-Abteilungen werden intelligente Speicherlösungen brauchen

am 07. Dezember 2017
Storage ist und bleibt ein wichtiger Pfeiler in der Unternehmens-IT – CIOs und IT-Leiter sollten deshalb die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich frühzeitig erkennen und bewerten. Wir haben die wichtigsten Storage-Trends für 2018 zusammengestellt.

In der Vergangenheit hat sich der Enterprise Storage-Markt im Vergleich zu anderen IT-Bereichen nur langsam verändert. Das hat sich in den letzten zwei oder drei Jahren gehörig gewandelt. Der Storage-Markt ist inzwischen hochdynamisch und komplex - und bringt fast jedes Jahr neue Trends und Technologien hervor. Wir haben die wichtigsten zu erwartenden Entwicklungen für 2018 zusammengestellt.

Trend 1: All-Flash

All-Flash-Speicher wird auch 2018 der zentrale Storage-Trend bleiben - und die Storage-Umgebungen umkrempeln. Laut IDC wuchs der Markt für All-Flash-Speicher-Arrays im ersten Quartal 2017 um knapp 76Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2016 und erreichte einen Umsatz von 1,4 Milliarden US-Dollar. Die zentrale Prognose: Die Technik wird noch schneller und die Preise werden weiter sinken. Mittlerweile hat jeder Hersteller von Flash-Speichern Fortschritte bei seinen Technologien wie OpenCapie und NVME angekündigt. Bald werden Übertragungsraten von 10 Gigabyte pro Sekunde die Normalität sein. Möglicherweise wird Storage Class Memory 2018 - das die Vorteile von RAM und Flash vereint - seinen Durchbruch feiern.

Im Jahr 2018 wird Flash-Speicher möglicherweise so populär werden, dass es zu Engpässen bei den Rohstoffen kommen wird, da die Anbieter die Nachfrage nur schwer befriedigen können. IT-Verantwortliche sollten also vorausschauend planen, wenn sie die Vorteile von All-Flash-Speicher nutzen wollen.

Trend 2: Software-Defined Storage

Software-Defined Storage (SDS) wird 2018 weiter an Bedeutung gewinnen. Software-definierter Speicher unterstützt Legacy-Storage und ermöglicht gleichzeitig die Nutzung moderner Speichertechnologien. Die Kluft zwischen der bestehenden Infrastruktur und den modernen Speicheranforderungen wird damit weiter verkleinert. IDC prognostiziert, dass der SDS-Markt selbst bei rückläufigen Hardware-Umsätzen von 2017 bis 2021 um 13,5 Prozent wachsen wird.

Ein wichtiger Treiber für die Software-definierte Speicherung ist das Internet-of-Things (IoT). Die Zahl der IoT-Geräte in Unternehmen nimmt rapide zu. Laut Machina Research nutzen 48 Prozent der Unternehmen IoT-Technologien. Inzwischen planen weitere 43 Prozent den Einsatz von IoT bis Anfang 2018.

Trend 3: Hybride Cloud und Multi-Cloud-Storage

Die Akzeptanz der Cloud als Enterprise-Speicher wird 2018 weiter zunehmen. »Ganz oben steht der Wechsel von klassischen Speichersystemen in die Cloud«, sagte Carla Arend, IDC Program Director bei der IDC Storage Transformation Directions Konferenz. Doch die Cloud wird sicher nicht allein die Storage-Landschaft bestimmen: Im Zentrum steht die kombinierte Nutzung aus On- und Off-Premises-Speicher. Im Jahr 2018 werden mehr Unternehmen hybride Bereitstellungsmodelle nutzen und ihre Workloads auch über mehrere Clouds hinweg speichern. Dieses Modell erfordert flexiblen Speicher, der die Effizienz steigert, wenn Daten in Public, Private und Hybrid Clouds platziert werden.

Trend 4: Big Data Analytics

Im Jahr 2018 wird Analytics weiter einen erheblichen Einfluss auf Storage-Lösungen haben. Weitaus stärker noch als 2017. Immer mehr Unternehmen nutzen Analytics, um aus ihren Daten geschäftsrelevantes Wissen zu ziehen. Unternehmenskritische Business- und Analytics-Applikationen verlangen eine hohe Performance mit entsprechend schnellen Speicher-Bausteinen. Auch in Transaktionssystemen kommt es auf Geschwindigkeit an, weil zum Beispiel Kunden nicht lange warten möchten. Dies führt dazu, dass die Relevanz hochperformanter Storage-Systeme, die möglichst viele Transaktionen parallel verarbeiten und diese schnell abschließen können, weiter zunehmen wird.

Trend 5: Skalierbare und intelligente Lösungen

Flexible Speicherlösungen werden aufgrund höherer Anforderungen an die Skalierbarkeit sowie größerer Komplexität und Kosten immer wichtiger. Mit Scale-out Storage werden Speichersysteme einfach und kosteneffizient skalierbar. Hyperskalierbare Speichersysteme bieten integrierte Lösungen in den unterschiedlichsten Größen. Auch intelligente, automatisierte Lösungen werden Standard: Dynamisches Tiering und andere Verfahren legen "heiße", oft genutzte Daten auf schnelle Medien, weniger genutzte wandern automatisch auf günstige Medien und zurück. Maschinelles Lernen wird hier in den nächsten Jahren ganz neue Verfahren ermöglichen.

Trend 6: Object Storage

Zwar ist auch Object Storage keine brandneue Technologie mehr, aber die Lösungsvielfalt und Einsatzfähigkeit machen Objektspeicher auch im Jahr 2018 interessant. Anders als bei File-Systemen sichern Object-Storage-Systeme die Daten in einem flachen Name-Space. Diese flache Architektur erlaubt es, weitaus mehr Metadaten abzulegen, wodurch die Automatisierung und das Management einfacher werden. In Verbindung mit verschiedensten Applikationsanbietern gibt es hier immer mehr Lösungen und Einsatzszenarien. Object-Speicher wird vor allem für die Langzeitdatenaufbewahrung, Backups und File Sharing verwendet. Mehr und mehr Anwender werden ihre eigenen Object Storage Repositories installieren und beginnen, diese als Private-Cloud zu betreiben.

Fazit: Geschäftspartner statt Feuerwehr

Weil die IT-Teams unter dem Druck stehen, Services schneller bereitzustellen, werden sie es sich immer weniger leisten können, ihre Zeit damit zu verbringen, die Storage-Systeme am Laufen zu halten. Automatisierung und intelligente Speicherlösungen werden deshalb die dominierenden Trends der nächsten Jahre sein. Sie helfen den IT-Abteilungen dabei, von Feuerwehrleuten zu strategischen Geschäftspartnern des Business zu werden.