Blockchain-Technologie schützt vor gefälschten Bauteilen

am 14. Mai 2018
Die Umsetzung der intelligenten Fabrik ist weltweit in vollem Gange. Innovative Technologien wie Blockchain sorgen für einen Entwicklungssprung im Bereich von Industrie 4.0 und Industrial IoT. Fujitsu demonstrierte anhand zahlreicher Showcases auf der Hannover Messe, wie die industrielle Produktion schneller, zuverlässiger und fälschungssicher werden kann.

Mit einer Live-Demo zeigte Fujitsu auf der Hannover Messe 2018 in einem fabriktypischen Szenario mit Robotern und Förderbändern, wie die Industrie 4.0 in Produktionsprozessen zum Einsatz kommt. Ein gezeigtes Szenario basierte auf Fujitsus Cloud-basierter Lösung für die automatisierte Fabrikoptimierung COLMINA. Unternehmen gewinnen damit den Überblick über den Zustand der Produktionsumgebung und ihrer Maschinen. COLMINA nutzt dabei Künstliche Intelligenz, um Engpässe in der Fabrik aufzuzeigen und sie bereits im Vorfeld vorherzusagen. Zudem empfiehlt die Plattform Abhilfemaßnahmen. Darüber hinaus bietet sie viele Möglichkeiten zur Visualisierung - etwa das Intelligent Dashboard.

Fujitsu auf der HMI 2018
Fujitsu auf der HMI 2018
Foto: Fujitsu

Als zentrales Werkzeug zur Veranschaulichung unterstützt es alle Optimierungsmaßnahmen an den einzelnen Standorten und im kompletten Unternehmen. Es zeigt die unternehmenskritischen Daten und die Ergebnisse intelligenter Analysen an. Anhand von Kriterien wie Qualität, Produktion, Energieverbrauch und Zustand der Maschinen schafft das Dashboard die Voraussetzungen für das Berichtswesen sowie für Alarme und Prognosen.

Kein stromfressendes und zeitaufwändiges Mining

Das auf der Messe gezeigte Szenario umfasste zudem eine Demonstration der Distributed Ledger-Technologie IOTA Tangle im industriellen Einsatz. "IOTA existiert schon seit paar Jahren, aber das ist die erste Anwendung für die Industrie", sagte Rolf Werner, Vorsitzender der Fujitsu-Geschäftsführung Deutschland und Leiter für Mitteleuropa. IOTA kann einerseits die Aufgaben einer Kryptowährung übernehmen, die speziell für den Einsatz in IoT-Umgebungen entwickelt worden ist, zum Beispiel für die Bezahlung zwischen Maschinen.

Das technische Konzept dahinter ist jedoch wesentlich umfassender. Die Technologie überwindet viele Beschränkungen und Nachteile der Blockchain: Es gibt kein extrem stromfressendes und zeitaufwändiges Mining und die Zahl der Transaktionen ist wegen der kürzeren Tangle (Kette) nicht auf wenige pro Sekunde begrenzt, weil die Transaktionen gleichzeitig und nicht hintereinander bestätigt werden. So ermöglicht IOTA schnellere Transaktionen als bisherige Blockchain-basierte Anwendungen, was für den industriellen Einsatz sehr wichtig ist. Zugleich bietet sie den großen Vorteil der Blockchain: Aktionen lassen sich sicher und vor allem unveränderbar speichern.

Fujitsu auf der HMI 2018
Fujitsu auf der HMI 2018
Foto: Fujitsu

"Wir zeigen, wie mit Hilfe der Next-Generation Blockchain-Technologie IOTA Tangle Produktionsdaten und Transaktionen automatisiert und revisionssicher protokolliert werden", sagte Andreas Rohnfelder, Leiter des Industrie 4.0 Kompetenzzentrums bei Fujitsu. Werner erklärt einen weiteren Vorteil dieser nachvollziehbaren Erfassung und Protokollierung der Transport- und Bearbeitungsschritte: "Mit Hilfe der IOTA Tangle können Unternehmen nachweisbar sicherstellen, dass nur Originalteile ausgeliefert und verbaut werden. Ein solcher Schutz vor gefälschten Bauteilen ist für viele produzierende Unternehmen und ihre Kunden elementar." Das gilt zum Beispiel für die Pharmazie, in der viele gefälschte Medikamente kursieren, und für Autohersteller. Wird kein Originalteil erkannt und bestätigt, wird Alarm geschlagen und das fragliche Bauteil aussortiert.

Mit Edge-Computing Roboter sicher in die Produktion einbinden

Der Industrie 4.0-Show Case demonstrierte auch, wie das Fujitsu INTELLIEDGE Gateway durch Edge Computing im Industrial IoT die Lücke zwischen OT (Operational Technology) und IT schließt. Es entscheidet intelligent auf Basis der Analyse großer Datensets, die von Systemen und Geräten am Rand des Netzwerks generiert wurden. Mit INTELLIEDGE lassen sich Daten bereits am Rand des Netzwerks auswerten und vorsortieren. Das verhindert, dass unnötige Datenmassen die zentralen IT-Systeme überfluten. Denn dies ist - unabhängig, ob sie in der Cloud oder vor Ort betrieben werden - einer der Knackpunkte bei der Konzeption der IT-Systeme für Industrie 4.0-Umgebungen.

Dabei geht es auch darum, wer die Daten erhält: der Maschinenhersteller oder das Unternehmen, welches das Netzwerk betreibt. Zudem bietet das Gateway Schutzfunktionen, um den unberechtigten Zugriff auf Informationen und Maschinen zu verhindern. So lassen sich zum Beispiel Roboter sicher in die Produktion einbinden. Die Lösung wurde im Werk von Fujitsu in Augsburg entwickelt, das ein Vorreiter auf dem Weg zur intelligenten Fabrik ist. "Industrie 4.0 ist für Fujitsu ein Heimspiel. Denn wir sind nicht nur einer der größten IT-Anbieter weltweit, sondern auch der einzige hierzulande produzierende große IT-Hersteller. Wir sprechen somit aus eigener Erfahrung", sagte Werner. "Die Vorteile der Anwendung sind, dass wir sie extrem schnell umsetzen können und sie sich leicht in M2M-Umgebungen integrieren lassen."

Mit diesen Lösungen für Smart Manufacturing zeigt Fujitsu, wie Unternehmen ihre Initiativen für Industrie 4.0 weiter ausbauen und so ihre Wertschöpfungskette neugestalten, optimieren und zukunftsfähig machen können.