An der RZ-Modernisierung führt kein Weg vorbei

am 22. November 2017
Die digitale Transformation setzt alle Unternehmen unter Druck, die Agilität ihrer IT-Landschaften zu verbessern. Trotz der Zunahme von Services aus der Public Cloud, die als Königsweg für die Dynamisierung der IT gilt, hält die Mehrzahl der IT-Verantwortlichen die Modernisierung der eigenen RZ-Infrastruktur für die wichtigere Aufgabe.

Alle aktuellen Studien zeigen, dass die Nutzung von Cloud Computing rasant zunimmt und besonders Services aus der Public Cloud mit ihren gleichsam unbegrenzten Ressourcen und nutzungsbezogenen Abrechnungsmodellen zu einem entscheidenden Hebel für die Flexibilisierung der IT-Landschaften wird. Die Studie "Application Platforms Matter" von Freeform Dynamics belegt allerdings, dass dieser Trend keineswegs dazu führt, dass Unternehmen deswegen die eigene RZ-Infrastruktur vernachlässigen. Im Gegenteil: Die Mehrzahl der befragten IT-Führungskräfte räumt der Modernisierung des eigenen Rechenzentrums sogar eine höhere Priorität als der vermehrten Verlagerung von Workloads in die Cloud.

Nach Einschätzung der Analysten von Freeform Dynamics ist das aber kein Widerspruch. Zwar böten sowohl Private-Cloud-Architekturen als auch Services aus der Public Cloud eine Reihe von Vorteilen im Hinblick auf Skalierbarkeit, Flexibilität und Effizienz. "Die Wahrheit ist aber, dass eine einzige Plattform - egal welche Vorteile und Eigenschaften sie aufweist - nie die speziellen Anforderungen aller Applikationen optimal erfüllen kann", schreiben die Studienautoren. Das zeigen auch die Zahlen der Studie: Danach sind 93 Prozente der Befragten der Meinung, dass die Anforderungen verschiedener Applikation an die IT-Plattform signifikant voneinander abweichen.

Drei Viertel priorisieren den Ausbau des eigenen RZ

Insofern verwundert es nicht, dass die Mehrzahl der IT-Führungskräfte eine Doppelstrategie ins Auge fasst: Sie wollen sowohl die Auslagerung von Workloads in die Cloud forcieren, als auch - wichtiger noch - den Ausbau des eigenen Rechenzentrums vorantreiben. So nennen 59 Prozent der Befragten die Modernisierung der RZ-Infrastruktur als Priorität, während das bei der Nutzung von gehosteten Cloud-Services bei 43 Prozent der Fall ist.

Besonders auffällig: Die Unternehmen, die nach eigener Einschätzung die besten Ergebnisse im Hinblick auf die Erfüllung von Service-Levels, Reaktionsfähigkeit und Agilität, Kosteneffizienz und Risiko-Management erzielen ("Best Performers") - rund ein Drittel der Studienteilnehmer - räumen der eigenen RZ-Infrastruktur eine signifikant höhere Bedeutung ein. In dieser Gruppe priorisieren mehr als drei Viertel (76 Prozent) den Ausbau des eigenen Rechenzentrums gegenüber 51 Prozent in der Gruppe der aus IT-Sicht weniger erfolgreichen Unternehmen.

Wechsel in die Cloud nicht immer wünschenswert

Um diesen Trend zu verstehen, genüge ein Blick auf die heterogenen Applikationslandschaften der Unternehmen: Zwar seien es im Zuge der Digitalisierung in jüngster Zeit vor allem moderne, digitale Anwendungen, die zum Applikationsportfolio hinzukämen. Aber ein Großteil der bestehenden Applikationslandschaft sei historisch gewachsen, viele Anwendungen benötigten dedizierte IT-Umgebungen oder Software-Stacks und ließen sich nicht - oder nicht zu vertretbaren Kosten - in virtualisierte Umgebungen übertragen. "Natürlich macht es oft Sinn, ältere Anwendungen in Cloud-Umgebungen zu migrieren. Allerdings ist das keineswegs immer möglich und auch nicht immer wünschenswert", resümieren die Studienautoren.

So ist es nur folgerichtig, wenn drei Viertel der befragten Unternehmen der Aussage zustimmen, dass sie den zukünftigen Anforderungen an ihre IT-Infrastruktur nur mit einem Multi-Plattform-Ansatz gerecht werden können. Dabei bewegen sich die Unternehmen allerdings auf einem schmalen Grat: Sie müssen auf der einen Seite dafür sorgen, ihre Applikationen unter technologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten auf der jeweils optimalen Plattform zu betreiben. Andererseits dürfen sie nicht aus dem Auge verlieren, dass der fortgesetzte Betrieb traditioneller Architekturen auch leicht zum Hemmschuh für Innovationen werden kann.

On-Premises-System bleiben der Dreh- und Angelpunkt für die IT

Deshalb sei es unerlässlich, neue Technologien und Architekturen kontinuierlich daraufhin zu überprüfen, ob sie zur Modernisierung der historisch gewachsenen Applikationslandschaft geeignet seien. Es sei wohl auch kein Zufall, dass nach den Ergebnissen der Studie gerade die Best Performer nicht zögerten, ihre alten Applikationen auf moderne Plattformen zu migrieren, wann immer sich die technischen Möglichkeiten dafür ergäben, mutmaßen die Analysten von Freeform Dynamics.

"Die Studie hat eine klare Kernaussage: Trotz der Entwicklungen bei der Public Cloud und anderen Hosting-Optionen bleiben die On-Premises-Systeme auch zukünftig der Dreh- und Angelpunkt für die IT-Services der Unternehmen", resümieren die Studienautoren. Diese Aussage werde zusätzlich noch dadurch unterstrichen, dass der Modernisierung der eigenen Rechenzentren gerade bei den IT-seitig am besten aufgestellten Unternehmen die höchste Priorität eingeräumt werde.

Für die im Mai 2017 veröffentlichte Studie "Application Platforms Matter" befragte das in England ansässige Marktforschungsunternehmen Freeform Dynamics im Auftrag von Fujitsu 378 IT-Führungskräfte aus europäischen Unternehmen verschiedener Branchen und Größenordnungen (von 25 bis mehr als 5.000 Mitarbeitern).

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